Bürger-Universität Sommersemester 2013

Die Hauptreihe der Frankfurter Bürger-Universität im Sommersemester 2013 |
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Deutsche Biografien III - Wie wir wurden, wer wir sindvon und mit Prof. Tilman Allert & Gästen Veranstaltungsort: |
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Video-Aufzeichnungen »
29. April, 19.30 Uhr / Prof. Tilman Allert
Angela Merkel - „Ich will dem Land dienen“
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Die Bundeskanzlerin Angela Merkel erfreut sich mittlerweile einer weltweiten Anerkennung als politische Repräsentantin eines ökonomisch machtvollen Deutschlands. So prägnant sich ihr Gestaltungswille über die Grenzen der nationalen Politik hinaus Gehör verschafft, so wenig bekannt sind die biografischen Voraussetzungen ihres Aufstiegs in die Politik. Als Pfarrerstochter aus Hamburg wächst sie zur Zeit der SED-Herrschaft im deutschen Osten auf. Ihr beruflicher Werdegang spiegelt Wertvorstellungen, die für das Nachkriegsdeutschland bestimmend wurden. Technischer Gestaltungswunsch und protestantische Askese kommen in ihrer Biografie sowie ihrem Engagement in der CDU zu einer folgenreichen Synthese. Sie ermöglicht das Geheimnis einer modernen Form von Realpolitik, anpassungselastisch in den Zielsetzungen, gesinnungsneutral in den Folgen. Der Referent: Prof. Tilman Allert lehrt Soziologie und Sozialpsychologie mit dem Schwerpunkt Bildungssoziologie an der Goethe-Universität Frankfurt. |
6. Mai, 19.30 Uhr / Dr. Michael Maaser
Vincent Klink - Häuptling eigener Herd
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Der Gastronom Vincent Klink ist einer der wichtigen kulinarischen Erzieher der Deutschen, entweder medienwirksam als Fernsehkoch oder als Produzent von „Lebensmitteln für Hirn und Wanst“. Der Sohn eines Tierarztes wird 1949 in Baden-Württemberg geboren und eröffnet nach einer Kochlehre ein eigenes Restaurant, Ausgangspunkt eines lebenslangen Bemühens um kulinarische Gütekriterien der nationalen Esskultur. Vincent Klink erscheint als eine der zentralen Figuren der Kultivierung des deutschen Lebensstils unter den historisch einmaligen Bedingungen wachsenden Wohlstands. Der Vortrag fragt nach individuellen Voraussetzungen dafür, dass sich im beruflichen Lebensweg von Vincent Klink eine Sensibilität für guten Geschmack sowie für die geistige Dimension des Essens entwickeln konnte. Der Referent: Der Historiker Dr. Michael Maaser ist Leiter des Archivs der Frankfurter Goethe Universität und Herausgeber und Mitglied der deutschen Akademie für Kulinaristik. |
27. Mai, 19.30 Uhr / Melanie Mühl
Frank Elstner - Der Chronist des Samstagabends
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Frank Elstner zählt zu den beliebtesten Fernsehmoderatoren des Nachkriegsdeutschlands. Seine Karriere, die im Radio beginnt und in verschiedenen Unterhaltungssendungen des deutschen Fernsehens eine Fortsetzung findet, wird durch den beispiellosen Erfolg der Sendung „Wetten dass…?“ gekrönt. Elstner, 1942 in Österreich als Kind einer Schauspielerfamilie geboren, versteht es in seiner Moderation wie im Umgang mit den Gästen einen unprätentiösen Begriff von Unterhaltung zu kultivieren, der anstrengungslose und gediegene ebenso wie eigenwillige wie humorvolle Selbstdarstellungen ermuntert. Mit seiner Person verbindet sich die Kunst, traditionelle Stereotypien der deutschen Mentalität hinter sich lassen zu können und den Eigenwert von Lebensentwürfen auch jenseits der Medienprominenz zu respektieren. Der Vortrag widmet sich den biografischen Voraussetzungen des legendären Fernsehstars, der dem zurückgewonnenen nationalen Selbstwert der Deutschen eine neue Sprache verliehen hat. Die Referentin: Melanie Mühl ist Journalistin und Mitarbeiterin der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“, Autorin zahlreicher Bücher und bekannt für ihre packenden Reportagen zu Lebensführung und Zeitgefühl der Menschen in der modernen Gesellschaft. |
10. Juni, 19.30 Uhr / Prof. Tilman Allert
Alice Schwarzer - Kampf gegen die weibliche Ohnmacht
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Kaum jemand hat derart nachhaltig die Emanzipationsgeschichte der Frauen vorangetrieben und publizistisch begleitet wie Alice Schwarzer. Ihr Lebensweg beginnt in protestantischer Umgebung im Bergischen Land, als Journalistin schließt sie sich dem politischen Aufbruch der 60ger und 70ger Jahre an und bietet mit der Zeitschrift „Emma“ ein Forum für die Diskussion von Themen der Frauenbewegung. Welches sind die biografischen und milieugeschichtlichen Weichenstellungen dieser legendären Karriere, die Alice Schwarzer zu einer Ikone ihrer Generation werden? Der Referent: Prof. Tilman Allert lehrt Soziologie und Sozialpsychologie mit dem Schwerpunkt Bildungssoziologie an der Goethe-Universität Frankfurt. |
24. Juni, 19.30 Uhr / Prof. Regine Prange
Gerhard Richter - „Meine Bilder sind klüger als ich“
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Gerhard Richter ist oft als der international erfolgreichste Maler der Gegenwart bezeichnet worden. Seine Karriere begann 1961, im Jahr des Mauerbaus. Der erfolgreiche Meisterschüler an der Dresdener Akademie flüchtete nach Westdeutschland und setzte an der Akademie in Düsseldorf sein Kunststudium fort. Mit Künstlerkollegen erfand er dort den Kapitalistischen Realismus, an die amerikanische Pop Art und ihre künstlerische Würdigung des Trivialen anknüpfend. Berühmt wurde seine Fotomalerei nach Vorlagen aus Zeitungen, Illustrierten, Pressefotos und Fotoalben. Familiäre wie politische Sujets scheinen ihn heute auch zu einem Chronisten deutscher Geschichte zu machen. Richter malte jedoch mit gleicher Intensität abstrakt und realisierte den Auftrag zur Gestaltung eines Glasfensters im Kölner Dom auf der Grundlage seiner digital errechneten Farbquadratkompositionen. Der Vortrag präsentiert Hauptaspekte des künstlerischen Werks und geht der Frage nach, inwiefern Richters Bilder die Malerei als eine Form des Denkens einsetzen. Referentin: Prof. Dr. Regine Prange lehrt neuere und neueste Kunstgeschichte, Kunst- und Medientheorie an der Goethe-Universität Frankfurt. |
8. Juli, 19.30 Uhr / Stefan Lukschy
Loriot - „Sagen Sie jetzt bitte nichts“
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Vicco von Bülow hat sich mit seinen Texten, Zeichnungen und Fernsehsendungen in das Kollektivgedächtnis der Deutschen eingeschrieben als jemand, der den alltäglichen Formen angestrengter menschlicher Selbstdarstellung den Spiegel vorhält. Unter dem Künstlernamen Loriot entwirft der im Jahr 1923 geborene Sohn aus einer brandenburgischen Offiziersfamilie ein Panorama von kleinen und großen Katastrophen im Auftritt der Person und von Stolpersteinen in den zwischenmenschlichen Beziehungen. In seinen Beiträgen entsteht eine Chronik der Entgleisungen, die humorvoll gebrochen und in sorgfältig inszenierter Trivialität als Bestandteil einer humanen Lebensführung gewürdigt werden. Der Vortrag wirft einen Blick in die Werkstatt des Humoristen und geht der Frage nach, wie das Gespür für die Zwischenräume des sozialen Miteinanders entstanden ist. Der Referent: Stefan Lukschy, Berlin, ist Regisseur und Loriot-Biograf. |



