Frankfurter Bürger-Universität im Wintersemester 2016/2017

Die Frankfurter Bürger-Universität veranstaltet im Wintersemester 2016/17 eine Diskussionsreihe zum Thema „Tatort-Forschung“ in Zusammenarbeit mit dem Hessischen Landeskriminalamt. Kooperationspartner sind die Stadtbücherei Frankfurt und der Hörfunksender hr-iNFO.

VIDEO-AUFZEICHNUNGEN

21.11. | Der real Tatort. Verdrängen Klischees die kriminalistische Wirklichkeit? »


14/11/2016 19.30 Uhr | Medienphänomen TATORT

Was macht die Krimireihe zum Kult?

Sontag, 29. November 1970, 20.15 Uhr: Kommissar Trimmel jagt den Mörder eines Jungen, dessen Leiche auf einem Rastplatz entdeckt wurde. „Taxi nach Leipzig“ - der erste Tatort, den das deutsche Fernsehen vor über 45 Jahren ausstrahlte. Seitdem wurden tausende Leichen obduziert, Spuren gesichert und Täter festgenommen. Als erfolgreichste deutschsprachige Krimireihe ist der Tatort  inzwischen zum Medienphänomen avanciert. Längst organisieren sich Krimifreunde in Fanclubs und treffen sich regelmäßig zum kollektiven Tatort-Gucken. Woher rührt dieses durchgehend große Interesse an der Krimireihe? Was macht sie zum Kult? Wie steht es um die Qualität, kann sie mit amerikanischen Serien konkurrieren? Und wie hat sich die Reihe unter medienwissenschaftlichen Aspekten seit den Anfängen in den 1970er Jahren bis heute verändert?

Podiumsgäste u.a.: Prof. Julika Griem (Literaturwissenschaftlerin, Goethe-Uni), Christian Buß (Kulturredakteur, SPIEGEL ONLINE), Liane Jessen (Fernsehspielchefin, hr), François Werner (Tatortfan, Betreiber von www.tatort-fundus.de)

Moderation: Petra Boberg (hr-iNFO)

nach oben ↑ 


21/11/2016 19.30 Uhr | Der reale Tatort

Verdrängen Klischees die kriminalistische Wirklichkeit?

Charakter: alleinstehend, sozial isoliert, Workaholic und Eigenbrötler. Lieblingsessen: Currywurst mit Pommes. Freundeskreis: die Kollegen und der Kneipenwirt. Stets als erstes am Tatort? Die Spurensicherung. Leichenfund? Mitten in der Nacht oder früh am Morgen, um den Kommissar aus dem Bett klingeln zu müssen, der schlaftrunken am Ort des Geschehens ankommt. So ist, lebt und arbeitet der durchschnittliche Tatort-Kommissar. Alles Klischees oder Wirklichkeit im Polizeialltag? Von welchen Stereotypen lebt die Krimireihe? Was ist realitätsgetreu und was bleibt fiktional? Wie arbeiten reale Ermittler im Vergleich zu Tatort-Kommissaren?

Podiumsgäste u.a.: Prof. Marcel A. Verhoff (Rechtsmediziner, Goethe-Uni), Markus Imboden (Regisseur), Nikola Hahn (Kriminalkommissarin und Buchautorin)

Moderation: Petra Boberg (hr-iNFO)

nach oben ↑ 


05/12/2016 19.30 Uhr | Kommissar Hightech

Wie die moderne Forensik die Ermittlungsarbeit verändert

Während die Tatort-Kommissare früherer Tage vielmehr auf genialisches Gespür, genaues Beobachten und prägnante Analysen setzten, um ihre Fälle zu lösen, wird mittlerweile überwiegend die moderne Technik zum genialen Helfer der Ermittler. Angefangen von der Desoxyribonukleinsäure (DNA), dem Molekül, was den Menschen unverwechselbar macht und 1987 erstmals zur Aufklärung eines Mordes eingesetzt wurde, bis hin zur IT-Forensik, eine Methode zur Sicherung digitaler Beweismittel, haben sich die Ermittlungstechniken im Laufe der Zeit stetig weiterentwickelt. Doch inwiefern profitiert die Aufklärungsquote tatsächlich von den neuen Methoden? Hat die intuitive Herangehensweise eines Kommissars daneben noch Bedeutung? Und wie wurde früher ermittelt, um dem Täter auf die Spur zu kommen?

Podiumsgäste u.a.: Prof. Matthias Jahn (Rechtswissenschaftler, Goethe-Uni), Heike Borufka (Gerichtsreporterin, hr-iNFO), Dr. Harald Schneider (DNA-Analytiker, LKA), Marc Reinhold (Leiter Task Force Internet, LKA)

Moderation: Petra Boberg (hr-iNFO)

nach oben ↑ 


12/12/2016 19.30 Uhr | Kriminalstatistiken klären auf

Wovor müssen wir wirklich Angst haben?

Jährlich legt das Bundeskriminalamt die deutsche Polizeiliche Kriminalstatistik vor, deren Angaben sich nicht immer mit den Vorstellungen der Menschen von Kriminalität in Deutschland decken. Die Schlagzeilen der Medien wie „Das Monster schlägt wieder zu“ oder „Skandal: Warum wurde er wieder freigelassen?“ tun ihr Übriges. Inwiefern verzerrt die Berichterstattung tatsächlich die Wahrnehmungen der Menschen? Ist die zunehmende Sorge, Opfer eines Gewaltdeliktes zu werden, berechtigt? Welche Bedrohungen sind tatsächlich vorhanden, welche nur vorgemacht? Und inwiefern lösen auch fiktive Formen der Gewaltdarstellung wie beispielsweise im Tatort Ängste aus?

Podiumsgäste u.a.: Prof. Rolf van Dick (Sozialpsychologe, Goethe-Uni), Katharina Iskandar (Redakteurin, FAZ), Prof. Dr. Rudolf Egg (Kriminalpsychologe und Gerichtsgutachter), Carina Lerch (Polizeisprecherin Frankfurt)

Moderation: Petra Boberg (hr-iNFO)

nach oben ↑