Frankfurter Bürger-Universität im Sommersemester 2016

Ab 25.04.2016: Start der Vortragsreihe "Wie wir wurden wer wir sind"

Die Vortragsreihe Wie wir wurden, wer wir sind stellt bekannte Biografien aus unterschiedlichen Berufsfeldern vor. An exemplarischen Lebensgeschichten vergegenwärtigen wir wichtige Stationen der deutschen Sozial- und Kulturgeschichte, Vorgänge, durch die wir wurden, wer wir sind.

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25/04/2016 19.30 Uhr - Anne Sophie Mutter

Die Unendlichkeit in der Hand

Mit einer beispiellosen Karriere als Geigerin rückt Anne Sophie Mutter beeindruckend früh in das Pantheon derjenigen auf, die sich durch herausragende Interpretationen der klassischen wie modernen musikalischen Literatur unvergesslich gemacht haben. Der Vortrag entwirft das Porträt einer Künstlerin mit einer außergewöhnlichen Ausstrahlungskraft, die aus der hohen, beinahe bedingungslosen Identifikation mit dem Klangpotenzial der Musik ihren professionellen Auftrag sowie ihre pädagogische Mission bezieht.

Tilman Allert ist Professor für Soziologie und Sozialpsychologie an der Goethe Universität Frankfurt

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09/05/2016 19.30 Uhr - Niklas Luhmann

Vom Eigenwert der Theorie

Niklas Luhmann zählt zu den Gelehrten der deutschen Nachkriegsgeschichte, neben Jürgen Habermas der einflußreichste deutsche Soziologe mit einer internationalen Reputation. Mit seinem umfangreichen Werk hat er weit über die Debatten seiner Disziplin hinaus wichtige Impulse für die öffentliche Debatte über das Selbstverständnis des modernen Menschen geliefert, dabei wie kaum ein anderer Vertreter seines Faches auf dem Eigenwert des theoretischen Denkens beharrt. Der Vortrag geht den biografischen Spuren und Ausbildungsstationen einer außerordentlichen Sensibilität für die Grundlagen menschlichen Zusammenlebens nach.

Jürgen Kaube ist Herausgeber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung

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23/05/2016 19.30 Uhr - Margarethe von Trotta

„Jetzt bin ich irgendwie befreit“

Unter den deutschen Filmemacherinnen zählt Margarethe von Trotta zur Avantgarde, die sich unerschrocken feministischen Initiativen angeschlossen hat. Als Schauspielerin, als Kollegin und Ehefrau von Volker Schlöndorff sowie später als Regisseurin repräsentiert sie in der Wahl ihrer Themen, in ihrer Lebensführung und ihrem politischen Engagement die Debattenkultur, die in den sechziger und siebziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts die Gesellschaft der Bundesrepublik bestimmt hat, leitmotivisch überbrückt durch einen radikalen Entwurf von weiblicher Autonomie.

Marthe Lisson ist Musikwissenschaftlerin und freie Autorin

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06/06/2016 19.30 Uhr - Wolfgang Koeppen

„Ich hatte es nicht leicht gehabt und machte es mir schwer“

Die biografischen Stationen des Schriftstellers Wolfgang Koeppen, geboren in Greifswald,  überbrücken auf vielfältige Weise die epochalen Zäsuren der deutschen Geschichte des 20. Jahrhunderts. Eine keineswegs gradlinige Entwicklung, durchzogen von Einbrüchen und erzwungenen Neuanfängen, lässt eine beeindruckende literarische Begabung entstehen, zum Ausdruck gebracht in einem umfangreichen Werk zwischen Essayistik und Romanen. Der Vortrag unternimmt den Versuch, die komplexe Einheit von Werk und Person einzufangen.

Referentin: Katharina Krüger

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20.06.2016 19.30 Uhr - Thomas Bernhard

Der Theatermacher

Der Schriftsteller Thomas Bernhard, gebürtig aus Österreich, hat mit seinen Romanen und Theaterstücken weit über Österreich hinaus in Debatten über das kollektive Selbstverständnis, über das Erbe des Nationalsozialismus eingegriffen, schonungslos in der Aussage, literarisch kunstvoll sublimiert. In einem Gespräch mit Tilman Allert stellt Oliver Reese Gedanken zum komplexen Verhältnis von Werk und Person zur Diskussion und geht dabei der Frage nach, in welchen Ausdrucksformen die schriftstellerischen Arbeiten Thomas Bernhards auf der Bühne darstellbar sein können.

 Oliver Reese ist Intendant des Schauspiels Frankfurt

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27/06/2016 19.30 Uhr - Karl Lagerfeld

„Ich diskutiere nicht“

Seit 1983 Kreativdirektor der Modemarke Chanel, zählt Karl Lagerfeld, geboren 1933 in Hamburg,  zu den prägenden Modeschöpfern der Zeit, der mit zahlreichen Kollektionen für die Haute Couture einen internationalen Ruf erworben hat. Im selbstdestruktiven Geschehen des Modischen verkörpert Karl Lagerfeld eine ungewöhnliche Konsistenz ästhetischer Gütekriterien. Der Vortrag zeichnet einige Stationen einer beeindruckenden Biografie nach, für die eine protestantische Arbeitsaskese sowie eine verspielt witzige Form der charismatisierenden Selbstdarstellung bestimmend ist.

Tilman Allert ist Professor für Soziologie und Sozialpsychologie an der Goethe Universität Frankfurt

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