Frankfurter Bürger-Universität im Sommersemester 2015

 

Vortragsreihe:
Wie wir wurden, wer wir sind

 


04/05/2015 19.30 Uhr - Ursula von der Leyen

Die zweite Mutter der Nation

Ursula von der Leyen gilt vielen als die Politikerin mit den größten Chancen, die Nachfolge von Kanzlerin Angela Merkel anzutreten. Ihre Herkunft aus der westdeutschen Oberschicht, der demonstrative Fleis in der Fuhrung unterschiedlicher politischer Grosburokratien, ihre Loyalitat sowie ihre Kunst, Gestaltungsproblemen, wie sie den Lebensentwurf einer modernen Frau zwischen Familie und Beruf bestimmen, zu handhaben, prädestiniert sie fur anspruchsvolle Aufgaben. Die Frage, wie ein derart komplexes biografisches Profil entsteht, steht im Zentrum des Vortrags.

Der Referent
Prof. Tilman Allert lehrt Soziologie und Sozialpsychologie an der Goethe-Universitat Frankfurt

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18/05/2015 19.30 Uhr - Jürgen Habermas

Kluge Mahnung aus Frankfurt

Fur die philosophische Denkentwicklung und die intellektuelle Pragung von Jurgen Habermas waren die fruhen Frankfurter Nachkriegsjahre von pragender Bedeutung. Als Bonner Doktor der Philosophie hatte er begonnen, sich durch seine journalistischen Aktivitaten einen Namen zu machen – darunter eine fulminante Kritik an Martin Heidegger. Als Mitarbeiter des Instituts fur Sozialforschung stand er zunachst unter den unterschiedlichen Einflussen von Adorno und Horkheimer, positionierte sich dann aber in Auseinandersetzung mit der 68er Bewegung. Der Vortrag bietet einen Ruckblick auf die Stationen der Lebensgeschichte eines Gelehrten, mit dem man es sich zu einfach macht, wenn man ihn als Reprasentanten einer „zweiten Generation” kritischer Theorie etikettiert.

Der Referent
Prof. em. Stefan Muller-Doohm lehrte von 1974 bis 2008 an der Carl von Ossietzky Universitat Oldenburg Soziologie und ist u.a. Autor der 2014 erschienenen Habermas-Biographie

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01/06/2015 19.30 Uhr - Udo Lindenberg

Im Sonderzug nach Pankow

Lindenberg steht wie kein anderer fur den Einzug der deutschen Sprache in die nationale Rock- und Popmusik und zuweilen auch fur den Einzug der Rockmusik in die Politik. Seit den 1970er Jahren vereinen seine Songs politisches Engagement und intelligente Gesellschaftskritik, sein Umgang mit der deutschen Sprache trugen ihm das deutsche Bundesverdienstkreuz und den Jakob-Grimm-Preis ein. Der Vortrag geht der Frage nach, welche Weichenstellungen es brauchte, diese einzigartige kunstlerische Karriere und Selbstinszenierung zu erschaffen.

Die Referentin
Marthe Lisson ist Musikwissenschaftlerin und betreut derzeit die Frankfurter Burger-Universitat

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15/06/2015 19.30 Uhr - Peter Ludwig

Sammeln für die Öffentlichkeit

Peter Ludwig ist der Sammler, der die Pop Art in Deutschland heimisch gemacht hat. Auf der documenta 4 von 1968 orderte er innerhalb eines einzigen Tages zehn Werke unter anderem von Warhol und Jasper Johns. Kunstler, die spater weltberuhmt wurden und die man heute im Museum Ludwig in Koln bewundern kann. Was bringt einen Menschen dazu, den grosten Teil seines personlichen Reichtums fur Kunst auszugeben, die er dann in alle Welt verleiht und verschenkt? Die Geschichte von Peter Ludwig ist die Geschichte des Mazens als einer Figur unserer Kultur, die Geschichte einer deutschen Karriere nach 1945 und die Geschichte einer personlichen Besessenheit, die immer den Glanz der Bilder suchte.

Der Referent
Prof. Heinz Bude lehrt Makrosoziologie an der Universitat Kassel

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29/06/2015 19.30 Uhr - Georg Baselitz

„Die große Nacht im Eimer“

Georg Baselitz zahlt zu den beruhmtesten deutschen Kunstlern der Nachkriegszeit. Sein Werk ist mit seiner Biographie eng verbunden. Wie kaum ein anderer Maler oder Bildhauer inszeniert er ausgewahlte Stationen seines Lebens in Publikationen und Ausstellungen. Was erzahlt Baselitz selbst uber seine Biographie? Und welche Informationen liefern andere Quellen? Der Vortrag widmet sich den vielfaltigen Verbindungen zwischen Leben und Werk.

Die Referentin
Dr. Julia Voss ist stellvertretende Leiterin des Feuilletons der Frankfurter Allgemeinen Zeitung

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13.07.2015 19.30 Uhr - Annemarie Lindner

Die gute Fee der Erscheinung

Mit selbstgebrauten Cremes und Lotionen startet Annemarie Lindner einen abenteuerlichen wie steinigen Weg als Kosmetikunternehmerin in einem Teil Deutschlands, in dem die kosmetische Korrektur oder Verfeinerung der Erscheinung als unvertraglich mit dem Menschenbild des „Arbeiter-und Bauernstaates“ gesehen wurde. Nach ihrer Flucht in den Westen baut sie in Baden-Wurttemberg eines der erfolgreichsten international prasenten Unternehmen der Kosmetikbranche auf. Wie kaum eine andere Biografie eroffnet ihre Geschichte den Blick auf Dimensionen der deutschen Kultur-und Sozialgeschichte.

Der Referent
Prof. Tilman Allert lehrt Soziologie und Sozialpsychologie an der Goethe-Universitat Frankfurt

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