Frankfurter Bürger-Universität - Sommersemester 2021

Buergeruni_2021_Plakat

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Freundinnen und Freunde der Frankfurter Bürger-Universität, 

wieder laden wir Sie zu einer etwas anderen Bürger-Universität ein – zu einem Programm überwiegend im Online-Format. Aber was vor einem Jahr noch Neuland war, ist für viele nun schon vertraute Routine. Die Technik klappt, und unsere Referentinnen und Referenten sind hochmotiviert, Ihnen ein interessantes Programm zu bieten. 

Was uns besonders freut: Im Juli wird die dreiteilige Diskussionsreihe „Populismus – Kultur – Kampf“ stattfinden, bei der prominente Fachleute aus Medien, Wissenschaft und Kultur über kulturelle Motive für die rasante Ausbreitung des Populismus diskutieren werden. 

„Welche Auswirkungen hat der populistische Kulturkampf auf das eigene Tun? Wie verändert sich die Aufgabe von Medien, Universitäten und Literatur angesichts einer von populistischen Kräften in Gang gesetzten Dynamik der Spaltung?“ Mit diesen und andere Fragen hat sich der Amerikanist Prof. Johannes Völz gemeinsam mit Studierenden in einem Seminar zu ,The Culture of Populism' beschäftigt. Das hat das Team angespornt, eine Veranstaltungsreihe für die Bürger-Universität zu organisieren, die führende internationale Expertinnen und Experten zusammenbringt.

Die Veranstaltungen finden am 1., 8. und 13. Juli als Zoomveranstaltung statt (ursprünglich sollte die Reihe im Grünen „Open-Air“-Hörsaal stattfinden).

Die Bürgerprogramm der Goethe-Universität nimmt aber noch auf weitere Denkreisen mit – ihre Themenvielfalt reicht vom Klimawandel und die Folgen für unser Wasser, über Solidarität in der Krise und neue ethnologische und archäologische Forschungen bis hin zu „Scheitern“ aus geistes- und kulturwissenschaftlicher Sicht und Multimedikation bei älteren Menschen. 

Haben Sie viel Freude mit der Bürger-Universität!

Kontakt

Pia Barth 
Telefon: 069 798 – 12481 
E-Mail: buergeruni@uni-frankfurt.de

Die Termine im Überblick

1. Juli 2021 19.30 Uhr | Quotendruck. Massenmedien im Zeitalter des Populismus 

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Mit dem Erstarken des Populismus sind alte Gewissheiten über die Rolle der Medien als vierte Gewalt der Demokratie ins Wanken geraten. Die Auftaktdiskussion widmet sich den Dilemmata, denen sich Journalist*innen heute ausgesetzt sehen. Wie lässt sich über Populismus berichten, ohne diesen zu befördern? Wie ist umzugehen mit dem Vorwurf vieler Populist*innen, etablierte Medien ließen nur einen engen Meinungskorridor zu? Inwiefern haben Beschleunigungstendenzen in der Medienkultur selbst zum Aufstieg des Populismus beigetragen? Und wie können Medien kritisch und differenziert berichten und somit den zivilgesellschaftlichen Kitt der Gesellschaft festigen, wenn sie selbst immer stärker unter ökonomischen Druck geraten? 

Podiumsgäste 

Jürgen Kaube (Herausgeber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung), Ina Dahlke (Wissenschaftsredaktion, Hessischer Rundfunk), James Poniewozik (Chief Television Critic der New York Times), Helga Schmidt (WDR-/NDR-Hörfunkstudios Brüssel) 

Moderation 

Prof. Dr. Vinzenz Hediger (Filmwissenschaftler, Goethe-Universität) 

Die Veranstaltung findet statt in Kooperation mit dem Mercator Science-Policy Fellowship-Programm

 8. Juli 2021 19.30 Uhr | Über Rechte schreiben? Wie kann Literatur dem Populismus begegnen? 

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Populist*innen führen einen Kampf mit den Mitteln der Sprache. Sie kreieren politische Fiktionen über das vermeintliche Volk und seine Feinde. Schriftsteller*innen sind ihrerseits Fiktionskünstler*innen. Sie erschaffen imaginäre Welten, die Identitäten aufzubauen und einzureißen vermögen. Sind sie damit prädestiniert, populistischen Bewegungen entgegenzutreten? Und welche gesellschaftliche Funktion kommt ihnen angesichts des von Populist*innen vorangetriebenen Kulturkampfes zu? Die Verteidiger einer demokratischen Streitkultur fordern dazu auf, „mit Rechten zu reden“ (Per Leo et al.). Daraus ableitbar ist der Appell an Literaten, „über Rechte zu schreiben“. Doch sollte die Literatur wirklich für sich in Anspruch nehmen, als „Empathiemaschine“ gesellschaftliche Spaltungen imaginativ zu überbrücken? Liegt ihr Versprechen nicht viel mehr darin, Reflexionsräume zu schaffen, die das demokratische Miteinander atmen lassen?

Podiumsgäste 

Tanja Dückers (Schriftstellerin), Lukas Rietzschel (Schriftsteller), Beate Tröger (Literaturkritikerin) , Dr. Jan Wilm (Schriftsteller und Übersetzer)

Moderation 

Prof. Dr. Johannes Völz (Amerikanist, Goethe-Universität)

Die Veranstaltung findet in Kooperation mit dem Villa Aurora & Thomas Mann House e.V. und dem Hessischen Literaturforum statt.

13. Juli 2021 19.30 Uhr | Populismus und das postfaktische Zeitalter. Eine Krise der Universität?

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Die Rede von „alternativen Fakten“ (Kellyanne Conway) lässt sich als populistische Aneignung postmoderner Theorien der Konstruiertheit sozialer Wirklichkeit deuten. Daraus ist die umstrittene These entstanden, die Geisteswissenschaften hätten der populistischen Post-Truth-Politik den Boden bereitet. Doch der Populismus setzt nicht nur die Geisteswissenschaften unter Druck, sondern die gesamte Universität. Sein Antielitismus zieht die Legitimität universitärer Forschung in Zweifel und rüttelt am Stellenwert wissenschaftlicher Erkenntnis. Wie kann die Universität – und wie können insbesondere die Geisteswissenschaften – der Wissenschaftsskepsis entgegenarbeiten?

Podiumsgäste 

Prof. Dr. Peter-André Alt (Germanist, Freie Universität Berlin, Präsident der Hochschulrektorenkonferenz), Prof. Julika Griem (Anglistin, Kulturwissenschaftliches Institut Essen, Vizepräsidentin der Deutschen Forschungsgemeinschaft), Dr. Frieder Vogelmann (politischer Philosoph, Goethe-Universität), Prof. Dr. Margret Wintermantel (Sozialpsychologin, Universität Heidelberg, ehem. Präsidentin des Deutschen Akademischen Austauschdienstes) 

Moderation 

Prof. Dr. Martin Saar (Philosoph, Goethe-Universität)